liesdies_weissBislang haben wir Links immer nur untereinander geteilt. Warum eigentlich? Wir finden: Vieles verdient, auch von euch gelesen und gesehen zu werden.

Wussten Sie schon, dass in den USA mehr Männer namens John eine große Firma leiten als Frauen, egal welchen Namens? Nein? Tja, aber so ist es. Und damit herzlich willkommen zum alltäglichen Geschlechter-Irrsinn.

Sie hätten gern mehr davon? Überhaupt kein Problem. Da wäre etwa ein neues Magazin über Frauen, das ausschließlich von Männern gemacht wird und von Frauen gelesen werden soll. Ja genau. Und es ist genauso jämmerlich, wie es zu erwarten war.

Und dann ist da noch der berühmte Kochbuchautor, der sich gegen das Essen von Tieren stark macht und gleichzeitig in seiner neuen Kampagne Frauen herabwürdigt – sowie seine Reaktion auf unseren Artikel darüber bei Facebook:

She really hurt my feelings…now I am fucking sad and need a blowjob from my bitch and some cashew ice cream… :(

Posted by Vegangsta on Saturday, 28 March 2015

Darüber hinaus tobt in Italien gerade eine Debatte um eine Kampagne, die Schülern Geschlechtergleichstellung nahe bringen soll und etwa ein Memory-Spiel vorsieht, in dem beispielsweise Feuerwehrfrauen und Männer mit Kinderwagen gezeigt werden. Hintergrund: Manch einer glaubt, dass ein solches Spiel die Kinder bezüglich ihrer sexuellen Identität verwirren könnte. Echt wahr.

Da wäre außerdem eine Talkrunde, die sich mit dem Thema Gender Mainstreaming auseinandersetzen wollte und deren Talkmaster unverhohlen Partei dagegen einnahm. Nicht zu sprechen von seinen wahllos eingeladenen Gästen. Wie die #aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek, die dem Geschehen bei „hart aber fair“ gemeinsam mit Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) gnadenlos ausgesetzt war, dabei so ruhig bleiben konnte?

Das ist die Frage, die mir alle stellen! Keine Ahnung, in mir drin sah es noch mal anders aus, aber das bringt ja am Ende nichts für das Gespräch, wenn alle ausrasten. Mir war es wichtig, es bei einer konstruktiven Diskussion belassen zu können, wenn schon die Thesen so kontrovers angelegt sind.“ (stern.de)

Diese Sendung hat hart und unfair gezeigt, dass wir im Zeitalter der empörten Opportunisten leben. Wer die Mehrheit in Gefahr sieht, wird angehört:

„Gender-Wahn“, brüllt sie, brüllt er, einfach mal so – und wird natürlich prompt ins Fernsehen eingeladen, denn der Skandal-Seismograph schlägt hier sofort aus, was leicht mit Relevanz verwechselt wird.“ (Spiegel Online)

Wen es in den Fingern juckt anzumerken: Aber nicht alle Männer…“ – lassen Sie es.

Doch zum Glück sind wir nicht die einzigen, denen diese Missstände auffallen. Der Deutsche Werberat etwa hat kürzlich vier Unternehmen für ihre sexistische und erniedrigende Darstellungen von Frauen öffentlich gerügt – weil sie sich bislang trotz der Argumente des Rats geweigert hatten, diese Art der Werbung zu unterlassen.

Eine besonders kreative Weise, sich für die Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen, findet sich gerade in Karlsruhe: Eine junge Frau beklebt ihre Stadt mit Damenbinden, auf denen feministische Botschaften stehen. Wir finden, das sollten wir unbedingt nachmachen! Vielleicht anlässlich des Themenjahres 2015 gegen Geschlechterdiskriminierung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes?

Wir halten es dabei jedenfalls mit Anita Sarkeesian:

*in, *innen, *r, *ren, *er, *eren, *n und *en – wann immer ihr dieses Sternchen seht, ist jede und jeder gemeint.


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