liesdies_weissBislang haben wir Links immer nur untereinander geteilt. Warum eigentlich? Wir finden: Vieles verdient, auch von euch gelesen und gesehen zu werden.

Same procedure as every year? Etwas früh dafür, aber frau könnte meinen, dass sich auf dem wortreichen Parkett zurzeit nicht viel Revolutionäres tut. Auf faz.net ist zu lesen, dass männliche Führungskräfte in der Chemie- und Pharmaindustrie doch tatsächlich Karrierenachteile durch Frauenförderprogramme erwarten. No Shit! Tja liebe Führungskräfte in der Chemie- und Pharmaindustrie, so ist das eben wenn man die hundertprozentige Männerquote abschafft und das Geschlecht nicht mehr über Karrieremöglichkeiten entscheidet. An der konservativen Front geht es weiter mit der Kirche. Die hat nämlich mal wieder den Schuldigen für den Verfall von Moral und Sitten gefunden: Feminismus.

Dann ist da noch der Versuch, mal wieder besagten Feminismus gegen sich selbst auszuspielen. Hannah Lühmann findet, das „Modephänomen“ zeitgenössischer Feminismus sei zu trocken, unlustig und unattraktiv um Menschen mitzunehmen. Zudem fehle es an einer „Führungsgestalt“. Prompt folgten die sehr lesenswerten Repliken von Margarete Stokowski (taz), Katrin Gottschalk (Missy Magazine) und Anne Wizorek. Achso, nicht zu vergessen der Versuch von Spiegel Online, sich auch noch auf die Bühne zu drängeln. Die Idee hier: eine Frau erklärt, warum sie keine „Feministin“ sein will. Dieser journalistische Kniff wäre fast gelungen, wenn man sich nicht ständig fragen würde ob a) die Autorin die Definition von Feminismus überhaupt nachgeschlagen hat und b) dieser Artikel denn wirklich sein musste. Auch wir von fem* sind die Image-Debatten leid und wünschen uns, dass Inhalte wieder mehr Raum auf dem feministischen Parkett einnehmen. Oder, wie Katrin Gottschalk es so schön formuliert hat:

Seit wann muss eine politische Haltung „humorvoll“ sein? Kommt als nächstes eine Diskussion, wie „ansprechend“ Antirassismus sein sollte?

In unserer Montagsrunde hat uns vor allem der Artikel von Nadine Schwarz beschäftigt, in dem sie ihren Date-Selbstversuch mit einem Pick-up-Artist schildert. Wir haben höchsten Respekt davor, dass sie sich auf dieses Daten eingelassen, und es vor allem so lange durchgehalten hat. Constanze hat sich Gedanken gemacht, was die Verbreitung von PUA-Techniken für normales Daten bedeutet. Auf kleinerdrei berichtet eine ehemalige Kellnerin über ihre Erfahrungen mit einem aufdringlichen Gast und der Reaktion ihrer Arbeitgeberin. Ihr Erfahrungsbericht zeigt eindringlich, dass es mit Solidarität manchmal nicht weit her ist, wenn es um Geld geht.

Es enttäuschte mich, von einer Frau so fallen gelassen zu werden. Ich wollte und will mich nicht demütigen und beschämen lassen und meine persönlichen Grenzen abgeben. Ich will nicht, dass Halbfremde über meine Sexualität spekulieren und mich prüde nennen. Schon gar nicht will ich, dass ich das alles wegstecken muss, weil ich dafür bezahlt werde, freundlich zu Gästen zu sein.

Und was ist sonst noch so passiert? Inga konnte es selbst nicht fassen, aber sie fand tatsächlich etwas lustig, das aus der Feder von Harald Martenstein stammt. In Oxford lernen junge Männer in „Good Lad Workshops“, was Einvernehmlichkeit bedeutet, welche Formen Alltagssexismus annimmt und wie man sich von überkommenen Rollenbildern löst. Der Kurs scheint angesichts der Tatsache, dass das Rugbyteam der Uni kürzlich per Mail dazu aufrief, K.O.-Tropfen bei einer Ersti-Party einzusetzen, dringend geboten (Betreff: Free Pussy). Für Rugbyteams ist die Teilnahme am Workshop dieses Jahr übrigens Pflicht.

Wem über die Feiertage der Sinn nach etwas Biblischem steht, in dem Frauen die Hauptrollen spielen (ja, das scheint es zu geben!), dem sei ‚The Red Tent‘ empfohlen.

 

Damit entlassen wir euch in die Weihnachtspause, und wünschen ein paar erholsame Tage!

*in, *innen, *r, *ren, *er, *eren, *n und *en – wann immer ihr dieses Sternchen seht, ist jede und jeder gemeint.


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