liesdies_weiss

Bislang haben wir Links immer nur untereinander geteilt. Warum eigentlich? Wir finden: Vieles verdient, auch von euch gelesen und gesehen zu werden.

Puuuh, was für ein Start ins neue Jahr. Am liebsten würde ich auf Reset drücken. Alles auf Anfang. Keine Pegida. Kein Attentat auf Charlie Hebdo. Keine Alice Schwarzer, die sich dazu äußert. Da an ihren Aussagen so vieles falsch ist, fange ich gar nicht erst an, das auseinander zu klamüsern – das haben nämlich die Störenfriedas schon ganz wunderbar gemacht.

Filme, Pornos, Nachrichten

Doch für den Moment wollen wir es das mal an Trübsinn gewesen sein lassen. Es geht mit bewegten Bildern weiter:

Zuerst solltet ihr euch unbedingt das neue feministische Filmmagazin Filmlöwin anschauen. Das sucht übrigens noch nach Löwinnen, die hinter oder vor der Kamera tätig sind.

„Damit ihr sichtbarer werdet und niemand mehr behaupten kann, es gäbe halt einfach weniger Frauen im Filmbusiness.“

Dass in der Filmindustrie nämlich noch einiges im Argen liegt, zeigt auch immer wieder der Bechdel Test. Nach ihm müssen Filme nur drei Kriterien erfüllen, um zu beweisen, dass Frauen in ihnen ernst genommen werden: 1. Es müssen mehr als eine Frau darin vorkommen, die außerdem Namen haben, 2. die Frauen müssen miteinander sprechen, 3. ihr Gespräch sollte sich um etwas anderes als Männer drehen. Erstaunlich wenige Filme erfüllen diese Anforderungen – unter denen sind dafür aber auch Filme, von denen man es nicht unbedingt erwartet hätte, wie etwa „Die Tribute von Panem“. In Schweden weisen neuerdings vier Kinos aus, ob die ausgestrahlten Filme den Test bestehen oder nicht.

Und da wir gerade bei frauenfeindlichen Bewegtbildern sind: Lasst uns über Pornos reden. Oder besser: Lasst Petra Joy über Pornos reden. Über Zensur, die vor allem Frauen betrifft. Über Filme, die so gut wie nie die weibliche Sicht zeigen. Und darüber, wie wir das ändern sollten.

So, und nun noch ein italienisches Filmchen aus einer Kampagne gegen Gewalt an Frauen, das in der vergangenen Woche die Runde durchs Netz gemacht hat, das wir allerdings trotz seiner wohl guten Intention kritisch sehen:

Ich zitiere hier Kathy:

„Da werden kleine Jungs vor laufender Kamera nachdrücklich aufgefordert, ein Mädchen zu schlagen (erster Wtf-Moment). Die wollen das nicht und werden dann knuffig rührend in Offenblende als kleine Helden in Szene gesetzt. Und im Internet wird das gefeiert, weil sie (noch?) keine Riesenarschlöcher sind, die bereitwillig Frauen in der Öffentlichkeit schlagen (zweiter Wtf-Moment)? Ernsthaft? Soll das jetzt die Messlatte sein?“

Und wo wir gerade bei Filmchen sind: Der Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke hat sich entschuldigt, weil in einem Beitrag über das Dreikönigstreffen der FDP über die Beine von Katja Suding geschwenkt wurde. Das wirkt erstmal wie transparente und selbstkritische Redaktionsarbeit, auf den zweiten Blick allerdings eher wie eine Alibi-Entschuldigung. Denn er stellt erstens einen Mitarbeiter an den Pranger, der vermutlich ein Mensch aus der Schule und der Geisteshaltung vergangener Jahrzehnte sei. Zweitens denunziert er Feministen*, indem er beteuert, dass nicht etwa „feministische Gäule“ mit ihm durchgehen. Nein, das sollte man Gniffke auf keinen Fall unterstellen! Schade, dass das dazugesagt werden musste.

Empörung, Ellaone, Evans, Event

So. Genug der Filme. Der Rest nun im Kurzdurchlauf:

 

 

*in, *innen, *r, *ren, *er, *eren, *n und *en – wann immer ihr dieses Sternchen seht, ist jede und jeder gemeint.


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3 Kommentare

  1. […] auf der Armlehne positioniert und waren bereit für den Social Viewing-Einsatz. Inspiriert von den vier schwedischen Kinos, die für alle gezeigten Filme zukünftig ausweisen, ob sie den Bechdel-Test…, wollten wir den Kieler Tatort unter die feministische Lupe […]

  2. […] letztes „Lies dies!“ begann mit einem Hinweis auf einen unserer Meinung nach sehr gelungenen Kommentar zu Alice […]

  3. […] strotzt die Story nur so vor (Alltags-)Sexismus. Nicht viele der ersten Folgen würden den Bechdel-Test bestehen, vermute ich. Denn die Protagonisten* sind fast alle Männer; die einzige weibliche […]

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