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#Ehefueralle

In Irland haben sich 62 Prozent der Abstimmenden in einem Referendum für die Gleichstellung der Ehe gleichgeschlechtlicher Partner ausgesprochen. Herzlichen Glückwunsch! Das rollt die Debatte hierzulande auch wieder auf. Was ansatzweise progressiv denkende Menschen freut, erzürnt natürlich die Ewiggestrigen. Für den Vatikan ist die Gleichstellung der Ehe eine „Niederlage für die Menschheit“, die FAZ stellt in bester Was-ist-denn-hier-los-Manier fest: „Wer Fortschritt will, braucht Vater, Mutter, Kinder.“

Heute Vormittag hat das Kabinett einen Gesetzentwurf von Heiko Maas beschlossen, der verschiedene rechtliche Besserstellungen gleichgeschlechtlicher Paare in Lebensgemeinschaften vorsieht. Wir begrüßen das natürlich, fänden es an sich aber ganz schön, wenn wir irgendwann mal über „Gleichstellung“ und nicht „mehr Gleichstellung“ reden würden (kann man Gleichstellung überhaupt steigern?).

 

Film und Fernsehen

In der glitzernden Film- und Fernsehwelt passiert zur Zeit viel, von absurd bis femtastisch ist alles dabei.

In Cannes wurde mutmaßlich Frauen der Zutritt zum roten Teppich verwehrt, wenn sie keine High Heels trugen. Wäre ja auch nicht so cool für das Männlichkeitsbild, wenn Frauen nicht mehr zwingend an Männerschultern gestützt dort entlangstaksen müssten.

Maggie Gyllenhaal berichtete derweil, dass sie für eine Rolle abgelehnt wurde, da sie mit 37 Jahren zu alt sei, um den amourösen Gegenpart eines 55-jährigen zu spielen. Damit hätten wir den absurden Teil abgearbeitet.

Game of Thrones (GoT) befindet sich zur Zeit mitten in der fünften Staffel. Die vorletzte Episode schloss mit der Vergewaltigung einer der wichtigsten weiblichen Figuren. Vergewaltigungen in GoT haben wir bereits zuvor gesehen und diese Episode wirft wieder einmal die Frage auf, wann und in welcher Inszenierung Vergewaltigungen für die Entwicklung der Handlung oder Figur nötig sind, und wann sie unnötige, traumatisierende Schocker sind. Auch wir haben uns im Rahmen eines Tatorts bereits mit dieser Frage befasst.

Im Film „Mad Max: Fury Road“ hingegen scheint der Spieß umgedreht – Frauen haben die Fäden in der Hand. Charlize Theron steht den üblichen Actionfilm-Helden in Nichts nach. Laurie Penny erklärt, warum Fury Road weit mehr ist, als ein Action-Kracher voll explodierender Lastwagen:

Fury Road tells a simple, vital story, and it tells it in dazzling color with buckets of blood and bristling war trucks. The story is this: The liberation of women is the liberation of everyone, and there’s only one way to stay alive when the world burns. We must learn to survive each other, because we can’t survive without each other.“

Charlotte Haunhorst hingegen sieht das kritisch und wirft dabei die wichtige Frage auf, ob der Auftritt von „starken Frauen“ automatisch mit Feminismus einhergeht:

„Und auch Mad Max bleibt pseudo-feministisch: So schlau die Botschaft von der Überlegenheit des weiblichen Prinzips auch sein mag, rein oberflächlich ist der Film eine Testosteron-Schlacht, garniert mit sexy Leckerbissen. Was machen die fünf geflohenen Grazien in ihrer ersten Szene? Sie spritzen ihre weißen Gewänder mit einem Wasserschlauch ab, was sie, jep, durchsichtig macht. Das mag für den versierten Filmkritiker ironisch sein, für den gewöhnlichen männlichen Kinobesucher sind es – Titten.“

Wie man zum feministischen Gehalt von „Mad Max: Fury Road“ auch stehen mag, uns hat es sehr amüsiert, dass zahlreiche Maskus sich von diesem Film bedroht fühlen, da er „feminist propaganda“ verbreite und folgerichtig zum Boykott aufrufen.

Was ist sonst noch so passiert?

Im Missy Magazin befasst sich Margarita Tsomou mit Sexappeal in der Politik, genauer mit der Stilisierung von Yanis Varoufakis zum Sexsymbol schlechthin. Absolute Leseempfehlung!

„Auf der einen Seite wertet Varoufakis krisenhaft verletzte Männlichkeit auf und rekonstruiert den starken, potenten Mann – auch wenn er eher als Popheld und Traumfigur denn als Ökonom erfolgreich ist. Gleichzeitig ist es die (weiblich konnotierte) Sanftheit des Untergeordneten, die ihn zum Liebling macht. Beides jedoch ist eingebettet in eine gegenderte Begehrensstruktur, denn all diese Rollenbilder würden für eine Finanzministerin nie infrage kommen.“

Obgleich er schon vier Wochen alt ist, wird dieser Artikel über Cybermobbing wohl noch eine gefühlte Ewigkeit aktuell sein.

Falls ihr den Ableger des Tagesspiegel, den Queerspiegel noch nicht kennt, unbedingt reinschauen! Von dort: Nadine Langes Artikel „Sag mir, wo die Lesben sind„, über lesbisches Leben in der Öffentlichkeit.

Last but not least: Wer noch nicht den Auftritt von Carolin Kebekus in der Anstalt gesehen hat, holt das jetzt hier nach:

 

 

 

*in, *innen, *r, *ren, *er, *eren, *n und *en – wann immer ihr dieses Sternchen seht, ist jede und jeder gemeint.


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