femtastisch1Ein Leben gegen die weiße Sklaverei.

Bertha Pappenheim wird 1859 in Wien geboren. Sie ist eine der wichtigsten Patientinnen von Sigmund Freud und geht als „Fall Anna O.“ in die Psychologiegeschichte ein. Zu Lebzeiten engagiert sich Bertha in Frankfurt und Umgebung in der jüdischen Wohlfahrt. Sie leitet ein Weisenhaus für Mädchen und hilft in Armenküchen. Durch ihre Arbeit wird sie mit der Weißen Sklaverei konfrontiert. Sie bekämpft den organisierten Frauenhandel in Osteuropa auf Konferenzen, reist in betroffene Gebiete und gründet Wohlfahrtsorganisationen. So spricht sie Frauen an Bahnhöfen an und warnt sie vor den Gefahren der Prostitution. Vehement wehrt sie sich gegen den Vorwurf der „freiwilligen“ Prostitution und macht auch auf die Rolle jüdischer Männer im Frauenhandel aufmerksam. Dafür wird sie von der jüdischen Gemeinde stark kritisiert. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten bringt sie einige Mädchen ihres Heims im Ausland in Sicherheit. Sie selber wird krank von der Gestapo vorgeladen. Davon erholt sie sich nicht mehr. Sie stirbt am 28. Mai 1936. Die Nazis lösen 1942 ihr Heim auf und deportieren die letzten Bewohnerinnen und Sozialarbeiterinnen nach Ausschwitz. Keine von ihnen überlebt.

Bertha Pappenheim Haus in Neu-Isenburg

*in, *innen, *r, *ren, *er, *eren, *n und *en – wann immer ihr dieses Sternchen seht, ist jede und jeder gemeint.


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